Goldauge – die Interviews Teil 3

Goldauge – die Interviews Teil 3

Fortsetzung:

Goldauge am Drucker Foto: privat

Ich muss herausfinden, was mit dem Kalb ist.
Keine Mäuse heute. Zurück zu Holly.
Sie sitzt immer noch am Schreibtisch.
Ich versuche es wieder mit der subversiv-energetischen Manipulation.
Möhrendorf Möhrendorf Möhrendorf Kalb Kalb Kalb.
Möhrendorf Möhrendorf Möhrendorf Kalb Kalb Kalb.
Keine Reaktion. Dann plötzlich:
Holly: Schade. Ich hätte das Kalb gern besucht. Wissen Sie denn, ob es noch lebt?
….
Holly: Bullenmast, ah ja.
….
Holly: Bei 95 Sachen vom Transporter geschleudert? Das arme Tier!
….
Holly: Nur zwei kleine Abschürfungen? Hatte wohl einen Schutzengel.
….
Holly: Vielleicht wollte es einfach frei sein…? Kann man ja verstehen.
….
Holly: Der Polizist, der es mit seinem Gürtel festgehalten hat, wollte es anderntags seinen Kindern zeigen und da war es schon weg? Einfach weg? Sie haben es aufgenommen und dann hat der Händler es abgeholt, ohne sich bei Ihnen zu bedanken?
….
Holly: Ein Marktwert von 500 €, hm.
….
Holly: Okay, ich probiere es mal beim Veterinäramt. Danke für das nette Gespräch. Ich melde mich!
Nachdem sie eine Weile auf ihrem Dings rumgetatscht hat:
Hallo guten Tag, bin ich richtig verbunden mit dem Veterinäramt Erlangen-Höchstadt? Prima! Wer ist denn bei Ihnen zuständig für ausgebüxte Tiere? Also da ist doch neulich ein Kalb vom Transporter gefallen und bei einem Landwirt in Möhrendorf untergebracht worden.
….
Holly: Die Pressestelle? Gerne, dann rufe ich in zwei Stunden wieder an. Herzlichen Dank!

Sie sieht mich prüfend an, sagt aber nichts.
Ich sage auch nichts. Man nennt das beredtes Schweigen.

Zwei Stunden später:

Holly: Hallo, Frau M. Hat die nette Dame vom Veterinärsamt Erlangen-Höchstadt schon mit Ihnen gesprochen?

Holly: Ich möchte den Besitzers des Kalbs, das aus dem Transporter gefallen ist, interviewen, es soll sich um einen Viehgroßhändler aus dem Würzburger Raum handeln…

Holly: Nein, das eilt nicht. In ein, zwei Wochen wäre schön. Okay, danke!
Um halb zwei klingelt das Telefon.
Holly: Frau M.? Schon? Das ging ja fix.

Holly: Datenschutz, klar. Sie rufen ihn an, schildern ihm mein Anliegen und geben ihm meine Nummer, okay, das ist gut. Richten Sie ihm doch aus, dass ich nicht beiße… Vielen Dank!

Sie grinst mich an.
Wenn der anruft, fresse ich einen Besen, sagt sie.
Ich: Und wenn nicht?

Fortsetzung folgt.