Mit dem Tensor der Krankheit auf der Spur

Mit dem Tensor der Krankheit auf der Spur

Teil 2 des Interviews mit Dr. Susanne Hauswirth

Richten sich die Tierbesitzer danach, was das Tier ihnen vermitteln will?

Die Tiere bringen ihren Menschen dazu, in die Praxis zu kommen und nach einer Weile liegen Hund oder Katze dann entspannt herum und wir reden über die Situation seines Menschen… Man kann förmlich hören, wie der Hund aufatmet: Oh, endlich redet sie oder er mal! Endlich packt sie mal aus! Psychologie und Veterinärmedizin passen schon gut zusammen! In meiner Praxis gibt es viele Fälle, wo der Besitzer versteht, was sein Tier ihm sagen möchte, sein Verhalten ändert oder das Problem löst und das Tier gesundet.

Das ist so schön. Deshalb gehe ich auch so gerne zur Arbeit, in meine Praxis. Weil dieses Feedback kommt: Boh, meinem Tier geht es wieder gut und mein Rheuma ist jetzt auch weg. Es ist eben immer ein Tandem, das da agiert.

Hörst du auch, was die Tiere sagen?

Ja, ich habe Kurse in Tierkommunikation gemacht und auch schamanische Ausbildungen, ich versuche immer meine Kanäle auf allen Ebenen zu schärfen. Es ist lernbar und mit jedem Tier und jeder Fortbildung wird man feinfühliger und spürt mehr. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mit den Tieren von Freunden gut klappt in die Kommunikation zu gehen. Aber mit den eigenen…

Ich kann bei meinen Tieren auch total schlecht testen. Also wenn es meinen Tieren nicht gutgeht, dann muss ich auch eine Freundin zu Rate ziehen. Ich bin emotional so dicht dran, ich kann dann nicht mehr klar denken, die haben dann gefühlt immer alles…!

Das ist der Punkt, man ist zu nah dran.

Susanne Hauswirth Portrait Foto von Tim Jacob Hauswirth
Susanne Hauswirth und ihre Appenzeller-Hündin Zoë, Foto von Tim Jacob Hauswirth

Im Schamanismus sagt man: hollow bone – hohler Knochen – man ist nur ein Kanal! Mit den eigenen Tieren geht das nicht, dann ist der Kanal verstopft, voll Angst und Emotionen, man ist zu flatterig, zu aufgeregt, man kriegt keine Antworten raus, weil man dicht ist.

Manchmal versteht man die Botschaft der Tiere auch zu spät; das musste ich auch leider sehr schmerzlich erfahren.

Das kommt natürlich in meiner Praxis auch vor. Denn selbst wenn man die Botschaft hört, ist da immer noch der Besitzer, der die richtigen Schlüsse ziehen und handeln muss. Ich kann ja nicht zu jemandem sagen: Du darfst dies oder jenes nicht mehr machen, weil es nicht gut für dich ist.

Doch auch wenn man es nicht rechtzeitig verstanden hat, war es für irgendwas gut. Vielleicht hat das Tier auf diese Weise einen Prozess in Gang gesetzt, eine Tür für ein Thema geöffnet. Auch wenn man es erst Jahre später versteht.

Bist du mit dieser Gabe und Motivation auf die Welt gekommen?

Ich wollte schon mit fünf Tierärztin werden.  Meine Großeltern haben einen Bauernhof und meine Oma hat immer nur mit Kräutern behandelt, klar war der Tierarzt auch mal auf dem Hof, aber selten, sie hatte einen Kräutergarten, hat Öle und Salben hergestellt und ich war da immer mit in der Küche. A la Maria Treben hat Oma mir erklärt, welches Kraut gegen was hilft. Johanniskraut gegen Bauchweh, da ist sie zehnmal am Tag zu den Kälbern und hat deren Bäuche eingesalbt oder Tee eingeflößt, das wurde ihr auch nie zu viel.

Dann habe ich meine Ausbildung gemacht, also ganz normales Tierarztstudium, war drei Jahre angestellte Tierärztin in einer Gemischtpraxis für Groß- und Kleintiere: Schafe, Kaiserschnitte bei Kühen und allem, was so anfällt, aber ich dachte, na, Antibiotika und Cortison sind nicht immer der Weisheit letzter Schluss. Weil ich ja wusste, es geht anders.

Dann habe ich mich etwas umgesehen und einen Mentor bei Kiel gefunden, Christian Torp, der hat Akupunktur gemacht. Bei einem Pferd mit Rückenschmerzen hat der eine Nadel gesetzt und — Zack stand das Pferd wie eine Eins, Kopf runter, geschnaubt, alles gut. Ich dachte: Was ist das denn? Hokuspokus?

Das muss ich auch lernen!

Dann habe ich in 2000 drei Jahre chinesische Medizin studiert, bin ein Jahr mit ihm mitgefahren und habe mich 2004 dann selbstständig gemacht  Wenn man erstmal über den Tellerrand hinausguckt, ist es ein Selbstgänger. Es gibt so viel zwischen Himmel und Erde, es ist wirklich unfassbar!

Die Kinesiologie kam dazu, die chinesische Kräutermedizin, die Tierkommunikation, der Schamanismus…

Wie arbeitest du kinesiologisch mit den Tieren? Wie geht das?

Also zunächst höre ich mir an, was der Mensch sagt, warum er hier ist… dann wende ich mich dem Tier zu und teste aus. Bei Menschen kennt man das mit dem Armdrücken, aber ich kann ja schlecht sagen, gib mir mal die Pfote…

Susanne Hauswirth Foto von Karin Weiß

Ich benutze ein Hilfsmittel, einen Tensor. Auch Ein-Hand-Rute genannt. Wenn sie hoch und runterschwingt, ist es neutral, wenn sie die Richtung wechselt, ist das eine Resonanz, wie zwei Magnete, die sich anziehen. Wenn ich also etwas in den Raum stelle und das Tier sagt, ja, das passt, dann gibt es einen Ausschlag.

Man fragt immer vier Bereiche ab. Den strukturell-orthopädischen Bereich, Muskeln, Sehnen, Bänder, Weichteile. Dann die biochemische Seite, ein großer Aspekt ist das Futter. Ich habe z.B. über 80 Prozent Allergiker in der Praxis, da kann man dann die Futtersorten austesten.

Neulich hatte ich einen Yorkshire-Rüden in der Praxis, der schulmedizinisch alle Instanzen durch hatte und wegen einer Bauchspeichel-Symptomatik bis ans Lebensende Cortison nehmen sollte. Und der war erst fünf! Durch das Testen habe ich herausgefunden, dass er ein Magen-Darm-Autoimmungeschehen hat, das heißt, es wechselt häufig die Verträglichkeit von Proteinen. Und zwar im Sechs-Wochen-Rhythmus. Allein durch die Ernährung konnten wir alle Medikamente absetzen.

Susanne Hauswirth mit Appenzeller-Hündin Zoë und Tensor
Foto von Karin Weiß

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Der dritte Bereich ist der emotionale und der vierte der elektrisch-energetische, da kann man über die Meridiane gucken. Gibt’s da eine Blockade? Gibt es Narben, Störfelder? Das sind ja auch Gewebszerstörungen, die Bahnen unleitbar machen. Auch das kann weh tun. Mikrochips! Die Kanülen sind breit, das kann ein Störfeld sein. Oder Kastrationsnarben.

So kann ich auch auf jeder Ebene abfragen, zu wieviel Prozent sich etwas auf der körperlichen Ebene niederschlägt oder was die Ursache ist oder wie ich es ablösen kann, mit Bachblüten, mit Globuli, mit Solunaten, die sowohl in der physischen als auch in der psychischen Ebene wirken. Dazu kommt noch Lichttherpie, Öle, Verdampfen – also, Vieles, was der Mensch auch bekommen würde. Du musst halt ein Therapieköfferchen im Kopf haben, um abfragen zu können. Wenn das Richtige nicht dabei ist, gibt es in dem Köfferchen auch die Abteilung: andere Therapeuten, die weiterführend etwas untersuchen können oder manuelle Therapien machen.

Verdampfen?

Inhalieren. Eine Schüssel mit heißem Wasser, ein ätherisches Öl und ein Handtuch überm Kopf – da kann sich der Mensch dann gleich dazu setzen.

Gibt es eine spezielle Ausdrucksform für Traumata?

Ein paar Eckpunkte sind: Das Tier ist introvertiert, mag nicht fressen, ist lustlos, lethargisch, apathisch, beim Pferd kennt man das, sie stehen in der Box und haben kein Shen mehr in den Augen, keinen Glanz, das Leben ist weg. Das kann man sehen und fühlen.

Trauer zum Beispiel gehört im chinesischen zum Bereich der Lunge. Tiere, die trauern, bekommen leichter Pilzinfektionen oder das Fell sieht aus wie Mottenfraß. Sie fühlen sich unwohl und das spiegelt sich in der Haut wie beim Menschen auch.

2004 hast du die Praxis eröffnet. Wie war die Resonanz damals und wie ist es heute?

Am Anfang war es etwas schwierig mit den Kollegen. Es ist keine Akutpraxis, nur Bestellpraxis. Keine Notfälle. Kein Wochenenddienst. Ich verkaufe keine Wurmkuren und keine Impfungen, aber manch einer war trotzdem misstrauisch und dachte: So ’ne Esoteriktante! Das hat acht bis zehn Jahre gedauert, bis es hieß: Geh mal zu Frau Dr. Hauswirth. Sie wissen halt mittlerweile, ich mach nur Akupunktur, Homöopathie und Kräuter und mache auch eine Rücküberweisung für Blutuntersuchungen und Diagnostik.

Hunde in der tierärztlichen Praxis von Susanne Hauswirth Foto von Karin Weiß
Hunde in der tierärztlichen Praxis von Susanne Hauswirth Foto von Karin Weiß

Und die Menschen?

Es gibt Zögerer… und ich kann nur die an der Bushaltestelle abholen, die da auch stehen. Und entweder überzeuge ich sie oder sagen wir: das Tier überzeugt sie, indem es – wie Gott sei Dank die meisten Tiere – gesund wird.

Frauen sind offener für sowas, aber die Männer kommen mit, wenn auch zunächst etwas skeptisch. Was macht die mit dieser komischen Rute? Da kann ich dann erklären, dass man laut Max-Planck-Institut negative und positive Schwingungen messen kann und der Tensor darauf reagiert. Wenn ich mit dieser wissenschaftlichen Erklärung komme, sind die meisten Männer zufrieden, denn das ist was Fassbares. Dann ist es nicht mehr Esoterik und die Tante wackelt mit ihrem Zauberstab, sondern dann hat es Hand und Fuß.

Auf www.susannehauswirth.de finden Sie, findet Ihr die Kontaktdaten, Öffnungszeiten der Praxis, die Online-Sprechstunde und den Shop, wo es Tensoren, Kräuter und Bücher und viele gute Dinge für Hund, Katze, Pferd gibt.