Goldauge und die Glorreichen Sieben

Goldauge und die Glorreichen Sieben

Besitzt eine Landschaft die Form eines ausgestreckten Mittelfingers darf man davon ausgehen, dass es sich bei den dort lebenden Menschen wie Tieren um solche handelt, die den Widerstand in der DNA tragen.

So auch auf der Peloponnes, wo ich mit Holly and friends einige entspannte Offline-Wochen verbracht habe. Obschon wir die Destination nicht danach ausgesucht hatten, witterte ich eine gewisse Energie, eine Bereitschaft, sich gegen Systeme, Eroberungen, Übergriffe jeglicher Art zu stemmen. Und offenkundig hat Holly das auch gespürt und recherchiert, mit den Menschen gesprochen und beim Inselhelden Gerald Dehlow erfahren:

„Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein war die Mani kaum erschlossen und unwegsam. Die Erreichbarkeit der Mani war schlecht, denn Straßen führten bis in die 1960er Jahre nicht in diesen Teil der Peloponnes. Daher entwickelte sich hier eine eigenständige Kultur frei von äußeren Eingriffen. Die Mani galt lange als Rückzugsgebiet für Piraten und Gesetzlose. Sie diente gleichsam als Zufluchtsort, wenn fremde Eroberer wieder auf die griechische Halbinsel vorrückten. Dann zogen Menschen aus der Gegend um Sparta in die Sicherheit dieser abgelegenen und unzugänglichen Region.“

Das gallische Dorf der Peloponnes

„Die Mani und ihre unerschrockenen Bewohner wurden zu griechischen Helden, als Petros “Petrobey” Mavromichalis aus Aeropoli den Aufstand gegen die Osmanen organisierte. vereinigte Petrobey Mavromichalis die maniotischen Clans unter seiner Führung und überfiel mit 3000 Kämpfern die osmanische Garnison in Kalamata. Anschließend formulierte er ein Manifest mit Forderungen, das er allen europäischen Fürstenhöfen zustellte. Dies war der Anfang vom Ende der 400 Jahre währenden osmanischen Besatzung Griechenlands – und Petros Mavromichalis wurde einer der Helden des Befreiungskampfes.

Die Osmanen hatten die Peloponnes besetzt und sie doch nie vollends erobern können. Die Mani blieb immer frei, sie war das gallische Dorf des Peloponnes.“ Wer die Geschichte der Mani nachlesen will, bitteschön: Zum Artikel auf peleponnes.insel-leben.de

Kein Wunder, dass wir uns in dieser Energie sehr aufgehoben fühlten

Kein Wunder auch, dass ich geheime Zeichen einer Freiheitsbewegung für alle „Nutz“-Tiere an vielen Orten in Kalamata fand.

Und dass ich im Verlauf unseres Aufenthaltes in der Mani etliche Kater und Katzen traf, die zwar ein beschauliches Leben in Freiheit führen, doch bereit sind, die Kunde vom nahen Ende der alten Ordnung mit ihren unmenschlichen Auswüchsen weiterzutragen.

Wenn Ihnen/Dir also demnächst eine Katze begegnet, vermeide/vermeiden Sie unsinnige Ansprachen in Form von „MiezMiez, nawobistdudenndukleineSüße?“
Du hast/Sie haben es mit einer Fackel des Widerstands zu tun!
Die Losung lautet „Mani“.
Und dann: Zuhören!

125 Jahre Katzenjammer! Ausstellung auf der Heider Museumsinsel

Dass schwarze Kater und Katzen sich schon immer als subversives Stilmittel eigneten, zeigt im Übrigen auch eine Ausstellung auf der Heider Museumsinsel, die an diesem Wochenende eröffnet wird und, von zahlreichen Events wie einem Comic-Battle begleitet, bis zum 26.März 2023 zu sehen ist: 125 Jahre Katzenjammer! Comics von Rudolph und Gus Dirks.
Alle Infos zur Ausstellung auf der Museums-Webseite

Fotos von Stahlhut, Schumann